Was wurde daraus?

Die Schlucht
Für den sandigen Grund in der Westruper Heide war das grüne Waldrad heute die richtige Wahl.

In a land … before time … Aber ich versuche nicht zu sehr ab- und auszuschweifen.

Es gab eine Zeit, in der war ich mit meinem grünen Waldrad sehr glücklich. Ein Giant Sierra, welches per Zufall bei mir landete, als ich an einem Abend mal bei ebay nach Dingen schaute, die in unmittelbarer Nähe – also der gleichen Postleitzahl – angeboten wurden. Seit ihr 3,2,1 auch schon mal zu einer gewonnenen Auktion gelaufen und für etwas mehr als 30,- Euro mit einem fahrbereiten Fahrrad nach Hause gerollt?
Wir wurden jedenfalls gute Freunde, denn nach ein wenig Liebe und geölten Zügen und etwas Kettenpflege fuhr das alte Mountainbike tatsächlich wieder wunderbar.
Leider wurde es mir jedoch nach einiger Zeit gestohlen. Gemeinsam mit meinem noch mehr geliebten Pinky. Das Rad mit dem Blumenkörbchen. Aber das ist eine andere Geschichte.
Das grüne Waldrad verschwand, tauchte jedoch wieder auf. Nach einigen Wochen war tatsächlich jemand so dreist es bei ebay-Kleinanzeigen zum Kauf anzubieten.
So landete es wieder bei mir und die Ereignisse überschlagen sich nun in Folge ein wenig. Denn das Waldrad kam ohne seinen ursprünglichen Sattel zurück zu mir. Den hatte jemand getauscht. Das brachte mich in die Verlegenheit die Sattelstütze bewegen zu müssen. Was nicht ging! Ich hatte sie auch zuvor tatsächlich nicht bewegt. Der Sattel war zufällig in exakt der richtigen Höhe. Aber nur mit dem ursprünglich montierten Sattel. Die Sattelstütze erwies sich als extremst wiederspenstig. Während sie über Tage in verschiedensten Kriechölen badete, steckte ich meine Nase erneut in die Fahrrad-Rubrik auf ebay-Kleinanzeigen. Dort kann man ja bequem suchen. Z.B. ob jemand vielleicht tatsächlich ein baugleiches Giant Sierra vekauft. Das tat tatsächlich jemand. Wie sich herausstellte, eine Familie aus dem Münsterland die das Rad tatsächlich neu gekauft hatten. Ein „erste Hand“ Rad mit dem orginalen Kaufbeleg. Ich brauchte es nicht, aber ich wollte es haben. Derweil tat das Kriechöl seine Wirkung und so standen auf einmal die Giant Twins bei mir.

The Giant Twins

Ich mag ungefederte 26er MTBs! Klassische Diamantrahmen mit einem Oberrohr das nicht sloped, sondern parallel zur Straße verläuft.
Jetzt hatte ich halt eins mehr davon. Da ich leider keinen Ausstellungsraum dafür habe, staubte es nach einer Testfahrt tatsächlich im Keller ein.
Doch da war immer die Idee eines der ollen MTBs, denn da gibt es ja auch noch den Häuptling, mit einer Rohloff auszustatten. Statt der üblichen 3×7 Kettenschaltung für die es sowieso keine Kassetten mehr in akzeptabler Qualität gibt.

Irgendwann tauchte im Dauer-Suchauftrag – wieder bei ebay-Kleinanzeigen – das kleine Rote auf. Ein Cannondale MTB mit einer kleinen 40er Rahmengröße und eben einer Rohloff. Räder mit einer solchen Ausstattung bei einer extremen Rahmengröße sind selten, und so kleine haben den Vorteil, wenn überhaupt, wenig bewegt worden zu sein. Und dann auch noch von leichten Personen. Wer sehr klein ist, ist halt auch meist sehr leicht. Das kleine Rote war also der ideale Spender.
Der Umbau selbst gestaltete sich erschreckend unaufregend. Nach Jahren des wartens auf einen geeignetes Spenderrad war dieser an einem verregneten Nachmittag in seinen Grundzügen erledigt. Über Feinheiten wie die Zugverlegung und welchen Sattel ich nun schlussletztendlich haben will, kann man sowieso immer diskutieren. Und über die alten Cantis ist auch noch nicht das letzte Wort gesprochen. Ist doch der No-Fluids Grundsatz mit einer Ölgefüllten Getriebenabe sowieso nicht sauber aufrecht zu erhalten.

Giant Sierra mit Rohloff
Giant Sierra mit Rohloff
Giant Sierra mit Rohloff

Das Ergebnis fährt wie erwartet und gefällt mir sehr. Die noch zu lösenden Sorgen und Probleme liegen im Luxusbereich. So habe ich einen Gepäckträger mit Taschen probiert, was zwar sehr praktisch, aber in gleichem Maße unstylish ist. Das größte Problem ist, das ich an meinem andeen Rohloff-Rad irgendwann mal die Züge im Schaltgrif umgehangen und damit die Drehrichtung geändert habe. Daran habe ich mich inzwischen zwar irgendwie gewöhnt aber ich kann mich trotzdem gerade nicht entscheiden welche Drehrichtung ich beibehalten will. Unterschiedlich ist jedenfalls fürchterlich, weil man sich als Gewohnheitstier ständig vertut.