Rudolf Diesel – Seit einhundert Jahren vermisst

Offiziell wird der 29. September 1913 als Todestag Rudolf Diesels genannt. Letztlich ist er aber seit diesem Tage nur vermisst, wenn es auch sehr wahrscheinlich ist, das er in dieser Nacht wirklich auf dem Ärmelkanal über Bord der „Dresden“ ging. Warum, wieso, weshalb. Ob aus eigenen Stücken oder mit fremder Hilfe, darüber haben sich schon andere den Kopf zerbrochen und sind zu keiner einstimmigen Meinung gekommen.
Die Wahrheit zu wissen, würde aber heute auch nichts mehr an der Rolle der großen Erfindung Rudolf Diesels ändern – dem Dieselmotor.

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Dieser bewegt seit nun mehr über 100 Jahren so ziemlich alles, was man überhaupt bewegen kann.
Wie kam es dazu?
Rudolf Diesel strebte danach, eine ideale Wärmekraftmaschine nach der Theorie vom idealen Kreisprozesses des französischen Physikers Sadi Carnot zu entwickeln. Ein entsprechendes Patent wurde im Februar 1892 eingereicht und ein Jahr später, im Februar 1893, erteilt. Dieses beschreibt aber wohl gar nicht die Funktionsweise des heutigen Dieselmotors. Das dazu passende Patent kam dann im November 1893. Bis aus der Theorie Praxis wurde, sollte es aber noch weitere 4 Jahre dauern. 1897 lief der erste Versuchsmotor, gebaut in der Maschinenfabrik Augsburg, mit finanzieller Hilfe von Krupp.
Diesel hat also tatsächlich keine Zufällige Entdeckung gemacht, sondern für seine Theorie so viel Geld und Know-how eingesammelt, bis die Theorie am Ende tatsächlich durch einen laufenden Motor bewiesen werden konnte.

Warum? Durch den Wunsch nach mehr Effizienz. Ich weiss nicht, ob es sportlicher Ehrgeiz war oder so etwas wie ökologische Weitsicht.

Denn es ist und bleibt letztlich ein Wahnsinn. Unsere ganze derzeitige Welt beruht darauf, das wir gepresste Farne und nicht verschimmelte Dinosaurier verheizen, verfahren und zu Plastiktüten verarbeiten.

Eine möglichst effiziente Maschine erscheint durchaus sinnvoll, wenn man sich überlegt wie lange es gebraucht hat bis Kohle und Erdöl überhaupt entstehen konnten.

Diesels Idee brauchte noch ein paar Zutaten, bis der Motor die vielseitig verwendbare Hubkolbenmaschine wurde, die er heute noch ist. Insbesondere der Ingenieur Prosper L’Orange steuerte elementare Erfindungen zum Erfolg des Dieselmotors bei. Diese waren die Vorkammereinspritzung, die Trichter-Vorkammer, die Nadel-Einspritzdüse und am Ende die 1921 vorgestellte regelbare Einspritzpumpe für den Dieselmotor, deren Fördermenge sich stufenlos verändern lässt. Damit kann die Leistungsabgabe des Motors endlich so präzise geregelt werden, wie es der Einsatz in Fahrzeugen verlangt. Prosper L’Orange verkaufte seine Erfindungen an die Robert Bosch AG, welche bis heute nicht aus dem Gebiet der Diesel-Einspritzungstechnik wegzudenken sind. Seine Söhne gründeten 1933 die L’Orange GmbH, welche ich ebenfalls bis heute Einspritzsystemen widmet. Jedoch nicht im Fahrzeugsektor, sondern bei Großdieselmotoren.

Die Erfindungen von Prosper L’Orange sorgten dafür, das MAN im Dezember 1924 auf der Berliner Automobil-Ausstellung den ersten Diesel-Lkw vorstellen konnte. Und ohne diesen wäre es wahrscheinlich 1936 nicht zum Mercedes-Benz 260 D und Hanomag Rekord gekommen.

Wie wir wissen, hat es der Selbstzünder heute in Cabrios, Sportwagen und sogar zurück ins Flugzeug geschafft.
Und dank eurer Hilfe sogar ins Motorrad.

Inzwischen glaube ich nicht mehr daran, das und die Industrie jemals ein in Großserie gefertigtes Dieselmotorrad präsentieren wird. Das es sie geben könnte und man mit ihnen deutlich sparsamer unterwegs sein könnte, das haben wir in den vergangenen Jahren sicherlich mehrfach gezeigt. Trotzdem verschwendet die große Mehrheit lieber Ressourcen. Was in unserer Gesellschaft leider ein Statussymbol ist.

Was wir aber ebenfalls wissen, ist: Das wir genug sind!

Wusstet ihr schon, das es nur ein Denkmal zu Ehren von Rudolf Diesel gibt?
Im Wittelsbacher Park in Augsburg befindet sich der Rudolf-Diesel-Gedächnishain. Dabei handelt es sich um einen 1957 angelegten japanischer Steingarten zum Gedenken an Rudolf Diesel und seine Erfindung des Dieselmotors. Gestiftet hat den Hain Magokichi Yamaoka, damals Chef der Yanmar-Diesel-Werke, die in den japanischen Städten Amagasaki und Nagahama Dieselmotoren produzierten.