Kawabota

KawabotaIm ADVRider.com Forum wurde schon immer mal über Dieselmotorräder gesprochen.
Jetzt ist dort ein neues dazugekommen. Forumsteilnehmer SPKR machte Nägel mit Köpfen und verheiratete eine KLR 650 mit einem Kubota D902.
Der Kubota ist ein Dreizylinder mit 898 cm³ Hubraum und 25 PS Leistung. Der Motor ist damit vergleichbar mit dem Lombardini LDW903, welchen Heiko in einige Triumph verbaut hat. Das Getriebeproblem wird mit einem Ultima 6-Gang aus dem Harleymarkt gelöst.
Ich wundere mich tatsächlich, das in dem KLR Rahmen genug Platz für den Dreizylinder ist, aber das Ergebnis sieht auf dem Foto angenehm kompakt aus.
Seht selbst: http://www.advrider.com/forums/showthread.php?t=1068342

Damit ist – ganz nebenbei – die Begrifflichkeit der „KLR Diesel“ endgültig unscharf. Neben der M1030 gibt es schon länger eine KLR mit einem Einzylinder-Inustriediesel. Und jetzt eben die „Kawabota“. Auf eben jene M1030 wird im weiteren Thread auch noch verwiesen. Denn die Altius Scimitar Idee hat sich nach ihrer Ankündigung 2012 letztes Jahr erneut auf einer Indischen Messe für militärisches Zeug gezeigt.
Schut ihr auch selbst: http://www.rushlane.com/altius-scimitar-670cc-diesel-motorcycle-displayed-at-defexpo-2014-12110140.html

Und damit gute Gerüchte lange halten, muss man sie dann und wann ein wenig füttern:

http://autos.maxabout.com/bikes/answers/q/will-altius-launch-the-scimitar-670-in-india

 

Eine frische Daihatsu-BMW von der britischen Insel

R-DaihatsuEinige von euch haben Steve möglicherweise schon auf dem Big Knock getroffen. Dem britischen Dieselmotorradtreffen. Dort war er schon mehrfach Gast mit Enfield, die von einem Zweizylinder aus dem Hause Kubota angetrieben wird.

Bei seinem neuen Projekt sollte es noch ein Zylinder mehr werden. Er konnte noch einen der berühmt berüchtigten dreizylindrigen Daihatsumotoren auftreiben und ist dabei ihn in den Rahmen einer R80 zu stecken.
Das wäre dann die erste R-Daihatsu, sofern ich noch den Überblick habe. Die anderen Triples stecken alle in Ks.

Neue Moppeds herzeigen ist im übrigen viel schöner als sich dann und wann überlegen müssen, wieso jetzt eine Zeit lang nichts passiert ist.
Also ab mit euch in die Garagen, Keller und Werkstätten. Weiterschrauben!

Zweitakt-Diesel von Renault?

RenaultZweitaktDieselSind mir die Visionen abhanden gekommen, oder laufe ich einfach nicht mehr jeder Pressemeldung hinterher?
In den letzten 15 Jahren gab es immer wieder mal verlockende Meldungen.
Doch wahr geworden ist davon eigentlich nichts.
Wir bauen weiterhin Dieselmotorräder mit Industriemotoren, welche eigentlich für Baumaschinen gedacht sind. In Einzelstücken ist inzwischen auch so ziemlich jeder Automotor in einen Motorradrahmen gewandert, der klein genug dafür ist.
Das sind nur leider nicht besonders viele. Daher ist der Hunger immer besonders groß, wenn die KFZ-Branche etwas Kleines ankündigt.
Es gab schon einmal die Ankündigung eines Zweitakt-Diesels von Daihatsu. Dabei sollte es auch bleiben, bei der Ankündigung.
Es gibt tatsächlich den 800 cm³ Zweizylinder, den Volkswagen im XL1 einsetzt.
Damit könnte man sicher tolle Dinge machen. Praktisch haben wir aber nichts davon. Die nötigen Mittel und Ressourcen wird (leider) niemand einsetzen.
Dazu gab es Meldungen von vermeintlichen Prototypen und angeblichen kommenden neuen Motorrädern. Es gab tatsächlich Importeure, die den Markt revolutionieren wollten. Allesamt nur mit Produkten, welche gar nicht existierten und – so glaube ich – auch nie existiert haben. Oder gibt es Sie doch? Die dunklen Ecken in Lagerräumen, wo abgedeckt genau die Motorräder stehen, die wir uns immer gewünscht haben, die aber von der Vollgaslobby verhindert wurden?
Nein, ich glaube nicht.
Warum ich das nicht glaube?
Weil ich auf der anderen Seite einfach glaube, das der Markt kein Interesse hat. Und dann gibt es das Produkt nun mal nur als Vision.
Kawasaki hat mal mit der 250er Estrella etwas auf dem Markt gehabt, das als chic und praktisch durchging. Der wirkliche Kassenknüller war die Estrella jedoch nicht.
Yamaha hat 2011 einen Moegi getauften Prototypen einer wirklich hübschen 125er vorgestellt. Wie eine erwachsenere Quickly.
Da man nie wieder etwas davon gehört hat, wird das Echo in Form von Kundeninteresse wohl nicht ganz so berauschend gewesen sein.

Jetzt aber zu der eigentlichen Meldung, die ich tatsächlich nicht mitbekommen habe, als sie letzten Dezember durch die Gazetten ging.
Etwas wirklich spannendes war es nicht, da alle nur die gleiche Pressemeldung abgeschrieben haben.
Renault hat da ein paar Dinge angekündigt. Unter anderem eben einen Zweizylinder-Zweitakt-Diesel. Mit einer Leistung von 48 bis 68 PS aus 730 cm³ Hubraum. Und dann auch noch deutlich leichter als der vergleichbar starke Vierzylinder.
Ja, bei den Eckdaten gibt es natürlich gleich große Ohren. Und ja, Renault traut sich auch schon mal was. Zurück zum Heckmotor oder elektrische Antriebe.

Von dem Motor gibt es jedoch nur eine Zeichnung.

Da bin ich inzwischen hartherzig. Reicht mir nicht!

Und ich kann es sein, denn selbst wenn das Ding im Laden steht, dann ist es ein neues Auto mit all seiner Elektronik. Der Motor verpflanzt sich nicht so „einfach“ in ein Motorrad wie es mit dem guten alten Daihatsu Dreizylinder möglich ist. Da fräßt/schweisst/gießt du dir eine Kupplungsglocke, verpasst dem Getriebe eine längere Übersetzung und bist fertig damit!

Natürlich wäre ein Motorrad mit einem Zweizylinder-Zweitakt-Diesel ungemein spannend. Ein solches hat es bislang schließlich nie gegeben. Doch ich mag die Kirche im Dorf belassen und schaffe es bei aller Liebe nicht daran zu glauben.

Hier noch die Linksammlung zu einigen Abschriften der Pressemitteilung vom Dezember.

BMW W3, oder: Wohin die Reise geht

Ich bin Realist und Pragmatiker. Zumindest behaupte ich das von mir. Es fühlt sich auch wirklich so an.
Ob ich Recht habe? Meistens!

Die Lage?

Motorräder sind fertig. Deswegen treibt die Industrie inzwischen zumeist skurrile Blüten. Wie bei den Automobilen auch, muss man sich irgendwas einfallen lassen um überhaupt noch was zu verkaufen. Das meiste davon erfüllt eher einen kunstvoll geweckten Scheinbedarf, als das es wirklich sinnvoll wäre.
Aber Sinnvoll ist halt langweilig. Das mag irgendwie keiner.
Dummerweise ist auch das Dieselmotorrad zu sinnvoll für die meisten. Nein, nicht die, die es gibt. Aber die, die es geben könnte. Die einfach funktionieren und Sparsam sind. Aber in der Realität hat es ja schon der Kettenschutz bei MZ ausserhalb des Sozialismus schwer gehabt zu überleben.

Schon seit Jahren schaue ich mir überwiegend Kopfschüttelnd an, was die Industrie da so auf zwei Räder stellt und muss mehr und mehr feststellen, das mich das meiste davon nicht mehr interessiert. Ich weiss nicht ob ich bei 100 oder 150 PS nicht mehr zugehört habe. Damit kann auf der Rennstrecke rumgondeln, wer das mag. Was das im Straßenverkehr verloren hat entzieht sich mir. Vermutlich bin ich in der Praxis und im Alltag mit XYPVC nicht schneller auf der Arbeit als mit der ollen Güllepumpe. Wo ist dann der Vorteil?
Nirgends, aber der Mensch an sich ist einfach eher geil auf den Wettbewerb als auf ein friedliches Miteinander. Kommt mir zumindest dann und wann so vor. Wenn ich Fußball sehe z.B.
Aber ich schweife ab.
Zurück zu den Einspurigen.
Was so in den letzten Jahren in die Messehallen der Welt gestellt wurde hat bei mir überwiegend nur noch Kopfschütteln ausgelöst. Gefallen hat mir nichts davon.
Als ich neulich die aktuelle „Motorrad“ in den Händen hielt, habe ich schon wieder die Stirn gerunzelt. Verdammt, früher hat mich doch mal angemacht was ich auf den Titelblättern gesehen habe. Was ist da zwischendurch passiert?
Was zwischendurch passiert ist, da bin ich mir nicht sicher.
Was mich auf dem Cover zum runzeln der Stirn brachte, daran kann ich mich jedoch erinnern.
Es waren die Zeichnungen von zwei hypothetischen BMW Motorrädern.
Zum einen ein „kleiner“ Boxer mit 900ccm und dazu ein W3 Cruiser.
Muss das mit der ganzen Gigantomanie wirklich sein? Tragen wir wirklich ein hochentwickeltes Gehirn mit uns rum um nur an Rundenzeiten zu feilen, nicht aber um zu bemerken das die Ressourcen nicht irgendwann knapp werden, sondern es schon lange sind?
In meiner Erinnerung war man jedenfalls mit einer R90 der König der Landstraße.
Dieser W3 Cruiser ist ein rein hypothetisches Gefährt. Nachdem irgendwem ganz zufällig aufgefallen ist, das BMW seit Einstellung der R1200C im Jahre 2004 gar keinen Cruiser mehr im Programm hat, BMW vor ein paar Monaten jedoch Patente eingereicht hat, die einen W-Motor beschreiben, welchen man ja ganz toll in einen solchen Cruiser einbauen könnte.
Ok, jetzt kann man rhetorisch sicherlich zwei und zwei so zusammenzählen, das genau dieses Motorrad sehr gut zu BMW passen würde.
Passt schon. Cruiser ist ein nicht unbedeutendes Marktsegment. BMW hat nix in der Nische. Einen V2 kopieren wäre wirklich irgendwie nicht so richtig BMW. Das war ein Reihenvierer quer im Rahmen vor der S1000 aber auch nicht.
Und könnten würden sie wohl schon. Und ob Sie auch wollen testet der Markt für BMW ja geradezu allein. Denn das W3-Gedankenspiel reist ganz alleine um die Welt.
Zu der ungewöhnlichen Technik gefiel mir dieser Satz sehr: „Instead they’re doing the most German thing possible: using over-engineering to make a statement.“

Ach ja, die Technik. Wieso ist die so anders? Dem obigen Satz nach: Damit sie anders ist. Es geht um einen Dreizylinder in W-Anordnung. Oder einen V2 mit Zusatzzylinder. Oder einen drittel Sternmotor. Es sind ja auch tatsächlich zwei Patente, in denen zwei ähnliche aber nicht gleiche Motoren beschrieben werden. In der gesamten Motorpresse wird brav darauf verwiesen, das BMW das freilich nicht so ganz neu eingefallen ist. Moto Guzzi hatte da mal ein W103 getauftes Triebwerk und ein gewisser Jim Feuling hat neben einigen anderen Motorbasteleien einem Harley V2 einen dritten Zylinder spendiert.

Was mich stutzig macht? Das es immer nur um mehr, mehr und noch mehr gehen muss. Hatte ich vergessen zu erwähnen, das irgendwo ein Hubraum vom 1.8l stand?
Und das die Patentzeichnungen irgendwie so aussehen wir die berüchtigten Gußformen im Dnepr-Werk. Mit dem Fußabsatz in den Jangtse getreten.
Die Zeichnungen sind doch von Anno-Tuk. Die lagen doch seit Jahrzehnten in der Schublade.
Sieht das ein der Euphorie keiner?
Da muss sich auch keiner über die Pushrods wundern. Die waren damals nun mal stand der Technik.
Und natürlich weiss ich, das die MT-12 nicht in China gefertigt wird. Die M 72 wohl aber immer noch.

Wer mehr oder weniger Handfeste Spekulationen zu dem W3-Gedankenspiel lesen will, der findet hinter den Links noch ein paar Worte mehr dazu.

http://lanesplitter.jalopnik.com/bmws-cruiser-could-pack-this-mad-w3-engine-1690498243
http://www.autoblog.com/2015/03/12/bmw-patents-strange-three-cylinder-pushrod-engines-perhaps-for/
http://www.motorradonline.de/motorrad/motorrad-2015-08/651130
http://www.autoevolution.com/news/bmw-motorrad-to-build-a-weird-w3-engined-cruiser-patent-says-93594.html

Kleiner Ausflug zu den Elektrischen

Was ich auch nicht wusste …

Eric Vegt hat sich nach der Track-Diesel einem kleinen elektrischen Dreirad zugewandt und es E-One getauft, das war soweit bekannt. Aber das es die Idee tatsächlich sehr ähnlich schon mal vor 30 Jahren gab, das ist damals an mir vorbei gegangen. Ich muss zu sehr mit meinem C64 beschäftigt gewesen sein.

http://heise.de/-2515513
http://www.e-one.nl/
https://www.facebook.com/pages/E-ONE-100-Elektrisch-rijden/361365530623034?fref=ts
http://www.c5owners.com/

Vetter Fuel Economy Challenge

Ein Spritspar-Rennen im Sommer 2015. Es tritt an – eine Guzzi aus dem Jahr 1971 mit der Landmaschinenversion eines unserer Lieblingsdiesel; Dem Daihatsu Dreizylinder. Der hat so nur noch 28 PS und ist immer noch flatschneu als guter alter Low-Tech Vorkammerdiesel mit vollmechanischer Einspritzpume zu bekommen. Dann steht halt Briggs & Stratton drauf, und nicht Daihatsu. Was auch daran liegt, das meines Wissens nach Daihatsu Diesel in den USA gegeben hat.

Ousterhout-engine-928-webJohn Ousterhout heisst der Mann, der seine Guzzi mit dem Daihatsu / Briggs & Stratton Diesel veredelt hat, um bei der Vetter Fuel Economy Challenge im Sommer 2015 teilzunehmen. Weil mit Diesel ja jeder fahren kann und John auch noch Hühnerbauer ist, füttert er die Maschine mit Biodiesel, den er irgendwie aus der Hühnerschei…. sorry, dem Geflügelexkrementen destilliert.
Ist das Großartig? Wahnsinnig? Irrsinnig? Oder einfach nur erschreckend, das ein solches Gefährt bei einer Verbrauchswettfahrt überhaupt eine Chance hat? Rational gesehen nicht. Zu groß und zu schwer. Dafür hält es länger.

http://www.craigvetter.com/pages/2015-Streamliner-pages/2015-Ousterhout-Diesel-p82.html

Dieselmotorrad aus Thailand

Dieselmotorrad aus ThailandYoutube-Fundstück aus der Reihe „Dieselmotorräder weltweit“.
Steht zwar schon seit Januar 2013 online, aber es gibt offensichtlich sprachliche Probleme bei der Suche.
Ich kann auch nicht wirklich was lesen. Zum Glück sagen die Bilder ja mehr als tausend Worte.
Wir haben hier offensichtlich einen Industriediesel mit nach hinten gekippten Zylinder. Das Getriebe dahinter wurde von einer Honda abgesägt. Die Räder sehen ebenfalls nach Honda aus. Bemerkenswert ist der Kardan.

Kameralauf um das Motorrad
http://youtu.be/uGEaVh64sbU

Soundcheck
http://youtu.be/ih8yjGZDBdU

So ein Quatsch – Wir sind die Normalen

Sinnbefreites-MotorradzeugsMöglicherweise werde ich alt und langweilig. Oder ich bin schon längst ein verschrobener Kauz.
Als ich Bilder von den teilnehmenden Motorrädern der AMD World Championship of Custom Bike Building im Rahmen der Intermot in Köln sah, reagierte ich gelangweilt impulsiv. „Unfahrbare Scheisse!“ schoss es mir durch den Kopf. Daneben präsentierte Team Green 300 PS in einem Motorrad. Die Typenbezeichnung habe ich längst schon wieder vergessen. Da guck ich doch lieber nach den Hostessen.
Ich kann kaum ändern, das es so ist. Und natürlich gilt auch „jedem das seine“. Aber die Zeiten in denen ich mit großen Augen zu Motorradtreffen, -messen und -ausstellungen gefahren bin, sind lange vorbei. Diese Wettrüsterei vorbei an dem tatsächlich Bedarf langweilt mich. Das es auf dieser Welt weiterhin eine Statussymbol ist, sinnlos Ressourcen zu verschwenden, widert mich gar an.
Evolutionär geht es möglicherweise aber gar nicht anders. Motorräder und auch Autos sind lange fertig. Wir können drüber streiten, ob das mit Hondas CX oder erst mit der NTV so weit war. Oder ob es doch ein BMW Boxer war. Autos erhalten seit Mercedes ehrwürdigem W124 nur noch Features, für welche die Marketingabteilungen erstmal aufwändig einen Scheinbedarf erzeugen müssen. Dafür hält nix mehr so lang.
Eine der besten Zeiten auf dem Top Gear Test Track wurde mit einem Caterham Super 7 gefahren. Dem möglicherweise ausstattungslosestem Auto, welches es heute noch zu kaufen gibt. Mit „nur“ zwei Litern Hubraum, dafür ohne jegliche Assistenzsysteme.
An Hondas Cub kann man übrigens auch schon lange nichts wesentliches mehr verbessern.
Die Dinger sind fertig und die kapitalistische Evolution verzettelt sich mit dem, was sich Weiterentwicklung nennt.
Gilt im übrigen auch für Mobiltelefone und Betriebsysteme.

North Coast Custom - Fiat Abarth
Ein kurzer Lichtblick war dieses Motorrad von North Coast Custom aus Italien. Den Motor könnte man für einen Lombardini-Diesel halten. Es ist aber keiner. Es ist der Zweizylinder aus dem Fiat 500. So nennt sich das Krad denn auch Abart 500. Im Rahmen des Wettbewerbs wurde die ein oder andere schöne Kreation erschaffen, nur fahren kann man damit nicht mehr wirklich. Noch sieht immerhin alles rollfähig aus.
Dagegen nimmt sich jedenfalls der Dieselmotorradfahrer und -erbauer in meinen Augen aus überaus vernunftorientiertes Wesen heraus. In diesem Sinne – Liebe Dieselschrauber, bleibt so langweilig wie ihr seit!

Nachruf zum 14. internationalen Dieselmotorradtreffen

Die Bilder zum Treffen gab es gleich.

https://flic.kr/s/aHsk3i5zX8

Ein paar Worte nun etwas später. Ganz ehrliche gleich zu Anfang.

Dieses Jahr war das erste, in dem wir tatsächlich kein neues Motorrad auf dem Platz hatten. Das erste Jahr in dem nicht jemand mit einem überraschendem und spannendem Krad um die Ecke kam, an dem irgendwas auf andere Art und Weise gelöst war, als man bislang gewohnt war. Bei der Menge der anwesenden Sommer 462 war da sicherlich eine „neue“ dabei, aber die will ich hier mal nicht in meinem angedachten Sinn als „neu“ zählen.

Das ist … natürlich schade. Aber andererseits auch abzusehen gewesen. Die Zahl der verwendbaren Motoren und Getriebe ist nun mal endlich. Irgendwann einmal musste dieses Jahr einfach kommen. Das tut der Begeisterung jedoch keinen Abbruch. Einige unserer Motorräder sind über die Jahre gereift und werden jetzt einfach zum fahren genutzt. Andere wurden zusätzlich einer Überarbeitung unterzogen, welche von Außen jedoch kaum zu sehen ist. Das darf passieren, denn mancher Eigenbau ist nun seit über einem Jahrzehnt auf der Straße unterwegs. Sorgen um die Zukunft brauchen wir uns auch keine machen. Denn bei den ausführlichen Dieselgesprächen über das Wochenende wurde von neuen, teils halbfertigen Projekten berichtet. Die Chancen stehen gut – nein, sehr gut sogar, das wir zum 15. Treffen im nächsten Jahr auch wieder neue Motorräder zu sehen bekommen, welche wir noch nicht kennen.

DSC_3858

Sommer Diesel gestohlen

Nein, die Welt ist ganz bestimmt nicht fair.
Da verbrachten wir gerade noch ein wunderschönes Wochenende auf dem entspanntesten aller Motorradtreffen, doch schon in der nächsten Nacht wurde bei Jochen Sommer in Eppstein ein Motorrad gestohlen. Eine Sommer 462 Diesel. Unter den Dieselmotorrädern ein häufiges, absolut gesehen aber doch ein ziemlich seltenes Motorrad.
Ich hoffe sehr, das es keinen Markt für gestohlene Dieselmotorräder gibt und die Maschine daher wieder auftaucht.

Hier der Text von Jochens Webseite:

In der Nacht vom Montag den 15.9.2014 auf Dienstag den 16.9.2014 ist bei uns in Eppstein leider das Motorrad von Herrn Schönborn gestohlen worden.
Eine Sommer Diesel 462, Enfield Chassis, standard silber mit Eigenbau Packtaschen aus Blech.
Fahrgestellnummer: W092STDB46VSE6090
Amtliches Kennzeichen: LU-GV 44
Besondere Kennzeichen: Kopfdichtung kaputt, Qualmspuren auf Öldruckschalter und drumherum. Motor hat keine Nummer!

http://www.motorradmanufaktur.de

2014-03-30-gestohlene_Sommer-1

Endspurt zum 14. internationalen Dieselmotorradtreffen

In wenigen Tagen ist es soweit. Es bleibt aber noch Zeit für einen Ölwechsel und um ein paar Schrauben mit Loctite zu sichern.
Vom 12. bis zum 14. September findet in Hamm wieder das schönste aller Motorradtreffen statt. Das Dieselmotorradtreffen.

Der Veranstaltungsort ist wie immer der Brauhof Wilshaus auf der Baumstraße in Hamm.
http://www.brauhof-wilshaus.de/

Es gibt wie immer kein wirkliches Programm, keine Anmeldung oder irgendwas anderes Organisiertes. Wahrscheinlich machen wir aber am Samstag wieder eine Ausfahrt.

Ich war so frei auch in diesem Jahr ein Shirt und einen Aufkleber drucken zu lassen.
Shirt und Kleber gibt es in diesem Jahr zusammen für € 10,-

Shirt zum 14. Dieselmotorradtreffen  2014

Durch Zufall habe ich kürzlich bei einem Aufenthalt in Berlin ein Bier-Mixgetränk mit dem Namen Sternburg DIESEL entdeckt.
Der Wirt möge mir verzeihen, wenn ich eine Schachtel zur Verköstigung auf den Platz schmuggeln werde.
http://www.sternburg-bier.de/sternburg-bier/sortiment/diesel/

Sternburg Diesel

Der Platz ist Bereit! Ihr und eure Motorräder hoffentlich auch.
Ich freue mich auf ein entspanntes Wochenende.

Brauhof Wilshaus

StarTwin ThunderStar 1200 TDi

Aktuelles Bildmaterial legt nahe, das die Jungs von StarTwin im niederländischen Loenen noch eine Thunderstar gebaut haben. Oder sie haben ihre Maschine zwischen Anfang und Ende August 2014 umlackiert und zum einen beim Classic Grand Prix in Barneveld und dann bei der Isle of Man TT gezeigt.

Vom Ausritt in Barneveld sind Fotos bei flickr aufgetaucht:
https://flic.kr/p/oH4wQ7
https://flic.kr/p/oiUApX

Und von der TT hat StarTwin selber Bilder auf Facebook veröffentlicht.
https://www.facebook.com/pages/Star-Twin-Motors/218579741508104

Über weitere Feinheiten oder Änderungen bei den technischen Details habe ich leider keine Aktuellen Informationen.
Also gehen wir davon aus, das es sich weiterhin um den Motorblock des 1200er TDI aus dem Lupo 3L handelt, welcher mit einem Getriebe von Yamaha verbunden wurde und in einem Rahmen mit reichlich Leichtbauteilen für erstaunlich raschen Vortrieb sorgt.

StarTwin ThunderStar 1200 TDi
Dieselmopped geht auch knackig-sportlich!
Ich erinnere mich immer noch gern an die erstaunten Gesichter derjenigen, die das Motorrad 2005 in Hamm haben fahren sehen.

Grundsätzlich gibt auch auch immer noch die Infoseite zu dem Motorrad vom Hersteller selber: http://www.startwin.com/specials_plaatjes/thunderstar/thunderstar.htm

 

Neuer Anlauf per Crowdfunding – MotorEarth’s® will Diesel-Enfield vermarkten

Gähn!
Sage ich gemeinerweise.
„Support MotorEarth’s® efforts to provide an ultra-efficient, multi-fuel diesel to the world.“
Solche Enfields tuckern wahrscheinlich seit den 1980ern durch die Welt. Mit den immer ähnlichen Einzylinder-Industriedieseln. Das man damit fahren kann, beweist vor allem die nun seit zehn Jahren erhältliche Sommer 462 Diesel. Durch liebevolle Pflege im Detail entsteht hier aber inzwischen ein eigenständiges Motorrad.
Wie der U.S.-Amerikaner nun mal so ist, bolzt er beim Marketing, lässt aber bei der Technik alles beim alten.
Das ganze ist also nur ein Aufguss von längst Bekanntem. Zumindest aus unserer Sicht. Denn die Enfield-Umbauerei hatte ihren Mittelpunkt tatsächlich immer in Deutschland. Jetzt dürfen die Amis auch mal.
Das ganze hat jedoch nichts Innovatives oder Zukunftsweisendes.

Wer mehr wissen will, der folgt einfach dem Link. Erwartet aber nicht, das die euch erzählen, welchen Motor sie verwenden. Es wird nur von 13 PS aus 456 Kubik gesprochen. Was sehr optimistisch ist, nach unserem Messsystem.
https://www.indiegogo.com/projects/diesel-motorcycles

Gespann-Treffen Zehrermühle und Tag der offenen Tür bei Löw

Nächstes Wochenende noch nix vor?

Am 14 – 17.08. 2014 findet das 7. internalionale Gespanntreffen in der ZEHRERMÜHLE statt. Die ist in 94513 Schönberg

Und bei Löw ist am Samstag den 16.08.2014 der Tag des Gespanns … Und damit Tag der offenen Tür. Von ca. 10°° – 15°°
Es gibt als kleine Stärkung Kesselgulasch und Freibier. ( Alkohlfrei ? ).

Für Fragen aller Art wendet ihr euch bitte an Lois Löw! -> http://www.seitenwagen.cc/

Soviel schreibt der Lois.

Und ich hoffe sehr, das das ganze nicht ohne Dieselgespann abgeht!

Der elektrische Reiter

elektromotorrad-harleydavidson-project-livewire

Der Moment in dem du etwas wahrnimmst, ist nicht zwingend schon der Moment in dem du von etwas erfährst.
Elektrische Fahrzeuge sind prinzipiell nichts neues. Als die Menschheit sich vor gut 100 Jahren daran gemacht hat motorisierte Fahrzeuge für den Individualverkehr zu erfinden, zu entwickeln und zu entdecken gab es fast so etwas wie einen Wettbewerb zwischen Stromgetriebenen und Benzinverbrennenden Fahrzeugen. Der erste Porsche war ein Elektrischer.
Obwohl es damals für beide Systeme noch keine Infrastruktur gab machte der Hubkolbenmotor das Rennen. In den folgenden hundert Jahren haben wir uns viel Mühe gegeben eine Autogerechte Welt zu erschaffen. Wir Motorradfahrer nutzen deren Infrastruktur mit. Ob es übrigens in den Pioniertagen auch elektrische Motorräder gab ist mir nicht bekannt. Wikipedia verrät, das es in Frankreich 1897 elektrische Schrittmachermaschinen für den Bahnradsport gegeben hat. Fast scheint es, als sei dann gut 100 Jahre Ruhe gewesen. Noch länger als bei den mehrspurigen Fahrzeugen. Da gab es mit dem General Motors EV1 eigentlich schon in den 1990ern ein vielversprechendes Fahrzeug, das aber Kraft des Willens der Konzernbosse nicht überleben durfte. Die ersten Elektromotorräder sind inzwischen auch seit etwa 10 Jahren auf dem Markt. Gesehen habe ich auf der Straße indes noch keines. 2009 fand das erste Straßenrennen mit Elektromotorrädern auf der Isle of Man statt. Das sind auch schon 5 Jahre. Von einer Revolution bislang keine Spur.
Im Juni 2014 tritt dann überraschend Harley-Davidson mit dem #ProjectLiveWire auf den Plan und produziert gefühlt in 24 Stunden mehr rascheln im Blätterwald als alle anderen Elektromotorräder vorher. Dabei handelt es sich nicht um eine Markteinführung, sondern um die Vorstellung eines Prototyps, welcher jetzt über ein Jahr rund um die Welt vorgezeigt werden soll um Kundenreaktionen zu ermitteln.
Dieselkrad.info entstand aus der fixen Idee ein Motorrad mit einem Dieselmotor anzutreiben. Es war wohl eher Spieltrieb und der Wunsch einfach etwas Besonderes zu sein als die Idee von einer besseren Welt. Ok … diese Intention will ich Harley jetzt auch nicht unterstellen.
Die technischen Daten und möglichen Vorzüge der Project LiveWire will ich hier auch gar nicht publizieren oder diskutieren. Ich empfinde aber allein ihre Vorstellung als Änderung der Gangart. Bislang haben sich im Zweiradsektor nur Exoten und Nischenproduzenten um die Elektrifizierung gekümmert. Jetzt tut das einer der Großen. Und dann einer der traditionsbehafteten. Harley ohne V2? Geht nicht!
Oder eben doch. Dann aber ganz anders.
Es gab ja auch eine Zeit vor dem Verbrennungsmotor. Ohne Kurbelwellen, Pleuelstangen und ölverschmierte Finger. Also kann es auch eine Zeit danach geben. Wir sind jedoch so fixiert auf die Lebensäußerungen der oszillierenden Kolben, das Harleys e-Bike einen Soundgenerator bekommt. Oder besser … bekommen soll.
Denn es ist ja ein Prototyp.
Wie wird das Leben mit diesen Elektromobilen? Werden sie unsere Straßen bevölkern, oder schaffen wir es vorher den bislang fossilen Brennstoff mit Algen oder mutierten Bakterien zu erzeugen?

Ein Problem liegt in der Energiedichte. Das Verhältnis von Akkus zu den heute üblichen Flüssigbrennstoffen liegt bei etwa 1 zu 100 (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Energiedichte). Auf der Grundlage ist die Idee eines elektrischen Antriebs eigentlich irrsinnig. Jedoch setzen sich täglich viele Menschen für eine Distanz ins Auto die man besser mit dem Fahrrad fährt. Damit reicht es dann doch für den Alltag. Diese Umstände sind bekannt  und es soll jeder darüber denken was er mag. Wirklichen Konsens wird es hier sowieso nie geben.

Ebenfalls keinen Konsens hat es jemals bei den Motorenkonzepten von Motorrädern gegeben. Ok, Heckantrieb hat sich durchgesetzt. Aber zwischen einem und sechs Zylindern findet jedes Konzept seine Freunde. Was wird mit diesem ganz bewussten Charakter? Bei elektrischen Fahrrädern gibt es derzeit diesen Charakter durch die Wahl der Positionierung des Motors. In das Vorderrad? In das Hinterrad? Unter das Tretlager? Was wird aus dem rhythmischen Leerlauf, welcher einem im Bestfall eine Grünphase an der Ampel verträumen lässt? Das Umdenken könnte schwierig werden. Wenn die Jungs mit dem Algensprit nicht schnell genug sind oder tatsächlich mal ein Akku mit einer ernstzunehmenden Energiedichte erfunden wird.

Harley-Davidson Project Livewire

Mehr zu Harleys großem Pedelec: http://project.harley-davidson.com/