Genesungswünsche

In einem Kapitel des Buches habe ich mich schon ausführlich mit der Frage nach dem Befinden auseinandergesetzt. Dabei habe ich festgehalten, das mir die floskelhafte Verwendung der Frage „Wie geht es dir?“ ganz und gar nicht gefällt.
Es gibt noch etwas, das wahrscheinlich gar nicht ganz so floskelhaft verwendet wird, mit dem ich aber trotzdem immer wieder Probleme habe.
Und das sind Genesungswünsche. Gute Besserung – so sagt man da wohl meistens. Und das ist – ob so gemeint oder nicht – bei einer Erkältung oder ähnlichem ganz in Ordnung. Dabei ist es hier sogar egal, ob es von Herzen kommt oder nicht.
Aber sage ich das so auch einem Krebskranken? Einem Dialysepatienten? Oder einem Menschen der an Demenz leidet?
Es kommt mir nicht wirklich angemessen vor.
Nun ist es so, das man von kaum jemanden so viel lernen kann, wie von anderen Patienten. Je schwerer die Beeinträchtigung, mit der jemand zu leben gelernt hat, desto mehr kann man lernen. Auf dem Tag der seltenen Erkrankungen ergibt sich zwischen Selbsthilfevertretern der unterschiedlichsten Krankheiten immer wieder diese Gelegenheit. Dabei stelle ich immer wieder fest, das so sehr die ständigen Schmerzen unser Leben beeinflussen müssen; Andere müssen mit wesentlich destruktiveren Krankheiten leben. Sind entstellt oder haben eine deutlich verkürzte Lebenserwartung. Uns tut „nur“ etwas weh und wir haben Angst ob wir unseren Job noch machen können. Es reinigt, wenn man sich mit Menschen unterhält, die nicht über einen GdB, sondern über eine Pflegestufe reden.

"Schmerz frisst Seele" an einem Strand auf Mallorca
„Schmerz frisst Seele“ an einem Strand auf Mallorca. Dank an Cordelia für das Bild.

Was sagt man da?

Ganz einfach, das man dem-, oder derjenigen hoffentlich wirklich wünscht:

Gute Tage!

Es ist so einfach, das ich mich wirklich frage, wieso ich da nicht schon längst drauf gekommen bin. Bin ich aber tatsächlich nicht.

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